So machten die Künstler aus der Not eine Tugend. Sie erfanden die abstrakte Kunst aus Ornamenten, die sich schon bald zu einem Markenzeichen islamischer Kunst entwickelte. Die Wiederholung von Elementen und Motiven vermittelte den Eindruck nie endender Kontinuität. Das Verbot von Tier- und Menschdarstellungen wurde jedoch nicht immer strikt befolgt. Ende des 13. Jahrhunderts entstand die religiöse Ikonografie, diese stellt Themen aus dem Leben des Propheten dar. Heute wird die Aussage der Propheten bezüglich des Bilderverbots im Frühislam von vielen Geistlichen relativiert. In den letzten Jahrhunderten wurden schiitische Kultstätten reich mit Wandmalereien verziert, Bilder und Poster der Imame und vieler anderer Heldengestalten sind im heutigen Iran weit verbreitet. Ein Tabu besteht nach wie vor - die Darstellung Gottes. Auch die Gestaltung sakraler Gebäude und Gegenstände wird eher zurückhaltend behandelt, Moscheen sind bis heute bilderlos, bei der Ausschmückung des Koran wird auf bildhafte Malereien vollständig verzichtet. |